Die Scheunen

Scheune I / SMT – Steinhuder Meer Tourismus GmbH

Durchfahrtscheune von 1756.
Diese Scheune wurde nach dem Brand von 1956 als Durchfahrtsscheune gebaut und als Getreidelager bzw. Maschinen-/Wagenunterstand genutzt. Sie wurde im Laufe der Zeit verlängert; und ein Tor wurde zugemauert, wodurch keine Möglichkeit zur Durchfahrt mehr bestand. Bis zur EXPO 2000 befand sich die Scheune im Besitz der Steinhuder Familie Meuter. Im Rahmen der EXPO-Planung des Scheunenviertels wurde sie für die neue Nutzung renoviert.

Die Bausubstanz dieses Gebäudes war sehr gut erhalten und Sanierungsmaßnahmen mussten nur in sehr geringem Umfang durchgeführt werden. Fachwerk und Fachungen wurden nur in Teilbereichen ausgebessert. Die Betondachsteine wurden durch Tonholpfannen ersetzt, um das ursprüngliche Gesamtbild zu erhalten. Auf dem freien Platz links vom Gebäude stand ebenfalls eine Scheune, sie ist ca. 1950 abgebrannt. Auf einen Wiederaufbau wurde verzichtet.


Scheune II und III / SMT – Steinhuder Meer Tourismus GmbH

Rekonstruierte Scheunen von 1999.
Ursprünglich stand auch hier eine Durchfahrtsscheune aus dem 18. Jahrhundert, die zur Getreidelagerung genutzt wurde. Nach dem Brand 1966/67 wurde sie von den Besitzern, der Steinhuder Samilie Rintelmann „Walten“, nicht wieder aufgebaut.

Der Platz rechts daneben war vermutlich seit dem 1. Weltkrieg unbebaut und wurde als „Runkelkuhle“ genutzt. Hier wurden Rüben und Kartoffeln als Viehfutter in einer Erdmiete gelagert. Beide Scheunen wurden 1999 im Rahmen des EXPO-Projektes „Scheunenviertel Steinhude“ neu gebaut. Materialien und Verarbeitung wurden so gewählt, dass der historische Charakter des Gesamtensembles erhalten wurde. So wurde das Eichenholzfachwerk nicht geschraubt, sondern verzapft. Der Fußboden besteht aus Spaltklinkern. Alle Materialien aus heimischer Produktion.


Scheune IV / Weinscheune Steinhude

Querdurchfahrtscheune von 1735 aus Warmeloh.
Dieses Baudenkmal mit dem vorgekragten Giebel wurde 1735 in Geilhof gebaut, 1902 nach Warmeloh zum Hof Rindfleisch transloziert, und 1998 wieder abgebaut (sie mußte einem Bauplatz weichen) und in Steinhude 1999 wiedererrichtet. Das Innengerüst mit seinen 12 Meter langen Deckenbalken aus Eiche und der Giebel mit den Knaggen sowie die Seitenwände sind original erhalten. Der Vordergiebel ist nachgebaut, da die Scheune in Warmeloh an eine bestehende kleine Scheune von 1714 gebaut und der Originalgiebel nicht wiederverwendet wurde. Giebel und Torbogen sind von einem abgerissenem Hof aus Wulfelade. Heute dient die Scheune der Sektkellerei Duprés als Weinscheune und ihr dritter Erbauer ist Jochen Plinke aus Neustadt.


Scheune V / Verkaufsscheune Hundezubehör

Neubau von 1999.
Die ursprünglich nach 1756 errichtete Scheune ist Anfang der 60er Jahre abgebrannt und damals nicht wieder aufgebaut worden. Im Rahmen der Revitalisierung des „Scheunenviertels Steinhude“ wurde auf dem Grundstück der Neubau nach altem Vorbild errichtet. Es wurde darauf geachtet, dass der historische Charakter des Gesamtensembles erhalten wurde. Das Material wurde entsprechend ausgewählt und die Verarbeitung nach historisch handwerklichem Vorbild ausgeführt. Die gesamte Fassadengestaltung wurde den Originalen aus dem 18. und 19. Jahrhundert nachempfunden. Die Verkleidung erfolgte mit Vormauerziegeln.


Scheune VI / Kunstscheune

Neubau von 1999.
Ursprünglich nach 1756 als Durchfahrtsscheune erbaut, wurde zum Dreschen und als Lager von Getreide, Stroh und Heu genutzt. In der Mitte der Scheune wurde ein Teilbereich ca. 2 Meter ummauert und als „Keller“ für Viehfutter (Rüben, Kartoffeln) genutzt. Das rundum gelagerte Stroh und Heu bot Frostschutz.

Nachdem die Besitzer keine Landwirtschaft mehr betrieben, wurde die Scheune erst verpachtet, dann verkauft. Der letzte Besitzer verwendete sie als Lagerschuppen für Boote und Geräte.

1999 wurde die Scheune umfassend saniert. Sie war in schlechtem baulichen Zustand und konnte nur im letzten Augenblick vor dem endgültigen Verfall gerettet werden. Nach kompletter Entkernung der Scheune, wurde das Eichenfachwerk in vielen Bereichen erneuert und die Fachungen ausgemauert. Die alten Materialien wurden wieder verwendet und adäquat ergänzt.


Scheune VII / Schweers Scheune

Durchfahrtscheune von 1756.
Nach dem großen Brand von 1756, bei dem ein großer Teil der Steinhuder Wohnhäuser abgebrannt ist, wurde diese Durchfahrtscheune erbaut. Zunächst wurde sie als Getreidelager und Viehstall genutzt. Nach dem Wiederaufbau der Wohnhäuser im Ortskern wurde das Vieh dorthin zurückgeholt.

Anlässlich eines Umbaus Anfang der 50er Jahre wurde sie verlängert, in diesem Zusammenhang wurden die ursprünglichen Lehmgefache ausgemauert.

Bis 1997 wurde die Scheune, die sich bis heute in Privatbesitz der Steinhuder Familie Schweer befindet, überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Zur EXPO 2000 wurde sie für den heutigen Zweck umgebaut. Die Besitzer nutzen Teilbereiche der Scheune noch heute als Lager für eigene Gerätschaften und Buchenspäne für die Aalräucherei.

Auf dem freien Platz daneben stand ebenfalls eine Scheune. 1966 abgebrannt, wurde sie bis heute nicht wieder aufgebaut.


Scheune VIII / ehemals Café-Cassis (zu mieten)

Dreschschuppen von 1943.
Auf diesem Platz hat eine Scheune gestanden, die allerdings kleiner als das heutige Gebäude war und vermutlich abgebrannt ist. Ein Zeitpunkt war nicht mehr zu ermitteln; auf Fotos von 1936 ist jedoch erkennbar, dass dieser Platz damals unbebaut war.

Das jetzige Gebäude wurde 1943 von der Steinhuder Familie Lange, der auch die Dampfmühle gehörte, in den jetzt vorhandenen Ausmaßen massiv, das heißt ohne Fachwerk, gebaut. Es war allgemein als „Langen Dreschschuppen“ bekannt. In der Durchfahrt stand während der Erntezeit eine Dreschmaschine, mit der Getreide gedroschen wurde; eigenes und das der Bauern, für die die Anschaffung eines eigenen Dreschers nicht lohnte. Zu den Dorffesten war diese Scheune beliebter Treffpunkt als Sektbar.


Scheune VIIII / Stöbi´s Scheune (Privatbesitz) vermietet an
Evelyn Prüsse – Exclusive Mode und Accessoires

Baudenkmal – Längsfahrtscheune in Eichenfachwerkbauweise.
Errichtet nach dem großen Brand von 1750, welcher 35 Gehöfte und somit den Großteil des ursprünglichen Ortskerns zerstörte. Ziel der Auslagerung von Vorratsgebäuden war es ihren lebensnotwendigen Inhalt vor Feuer zu schützen, sowie die Brandgefahr des eng bebauten Dorfkerns zu begrenzen. Das rückwärtige Tor ermöglichte es, Gespanne ohne umständliches Wenden auszuscheren, bzw. entladene Wagen einfach in Längsrichtung durchzufahren.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde und wird in Privatinitiative instandgesetzt und gehalten.


Scheune X / Bücherscheune – Mode & Interior

Heu- und Durchfahrtscheune von 1819 aus Niedernstöcken.
Dieses Baudenkmal musste einem Bauplatz weichen und wurde 1997 abgebaut. Ursprünglich war es strohgedeckt und mit Lehmschlag ausgefacht. Das gesamte Weichholz, Deckenbalken und Dach waren mit Holzbock befallen und sind ersetzt worden. Alle Eichenteile sind von guter Beschaffenheit und wurden wiederverwendet. Die Eichenschwelle ist neu. Dachziegel sind handgeformt und 200 Jahre alt. Ziegelsteine, ca. 200 Jahre alt, sind handgeformt und mit Sand und Kalk gemauert. Der Fußboden stammt aus Hagenburg und besteht aus handgeformten, feldgebrannten Tonziegeln von 1862. Die Eichendecke ist neu, aus Stein- und Roteiche. Der Holzgiebel besteht aus Eichenbohlen, der Boden ist ein Kaltboden. Das Familienwappen der Sahlenders – Weberschiffchen und Mauer – ist auf der Giebelseite zu sehen. Diese Scheune wurde hier 1999 von Thomas Sahlender aus Büren, seiner Familie seiner Familie und vielen Freunden wieder aufgebaut; besonders zu nennen bleibt hier unser lieber Architekt Carl Bauer.


Scheune XI / Machinosus British Lifestyle

Schafstall und Durchfahrtscheune von 1663 aus Rodewald.
Dieses Baudenkmal wurde 1996 in Rodewald abgebaut. Der Eigentümer sah keine Möglichkeit zum Erhalt.

Ursprünglich war das Gebäude strohgedeckt und mit Lehmschlag ausgefacht. An die Durchfahrt für Heu- und Strohwagen grenzte ein großer Raum, der als Schafstall genutzt wurde. Die Qualität des Eichenholzes ist hervorragend (es ist älter als 337 Jahre). Es war nie imprägniert oder versiegelt. Teile des Gebäudes (4 Sparren, 3 Ständer, 2 Streben, 4 Riegel) wurden ersetzt, da sie fehlten. Das gesamte Schwellenholz wurde erneuert. Das Dach ist mit 250 Jahre alten handgeformten Tonhohlpfannen gedeckt, die Gefache aus handgeformten feldgebrannten Tonziegeln nur mit Sand und Kalk gemauert. Der Fußboden ist ein alter Stallboden aus hartgebrannten Tonziegeln. Die Decke ist aus neuer Eiche (3,5 cm dicken und bis zu 55 cm breiten Bohlen). Die Scheune wurde 1999 von Thomas Sahlender aus Bühren, seiner Familie und vielen Freunden wieder aufgebaut. Der Besen schütze dieses Haus und die da gehen ein und aus.


Scheune XII und XIII / Informations-Zentrum Naturpark Steinhuder Meer

Durchfahrtscheunen von 1766/67.
Das Naturpark-Informations-Zentrum wurde in den Jahren 1997-2000 in zwei originalen Scheunen des Steinhuder Scheunenviertels, einem dezentralen Projekt der EXPO 2000, eingerichtet.

Die beiden Gebäude gehören zum Ensemble des Scheunenviertels, das in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. Auf der Steinhuder Meer Karte von J. C. Praetorius aus dem Jahr 1768 ist das Scheunenviertel bereits dargestellt.

Die beiden Scheunen des Naturpark-Informations-Zentrums sind etwa zehn Jahre nach der Zerstörung ihrer Vorgängerbauten durch den am 24.11.1756 ausgebrochenem letzten großen Brand des südlich des alten Ortskerns von Steinhude gelegenen Scheunenviertels erbaut worden. Eine dendrochronologische Untersuchung aus dem Jahr 1997 belegt ein Einrichtungsdatum von 1766/67. Die beiden Gebäude dienten zur Lagerung von besonders feuergefährdeten landwirtschaftlichen Gütern, wie Getreide, Heu und Stroh. Die Tore in ihren Giebelseiten ermöglichten die problemlose Durchfahrt von Fuhrwerken; wenn diese entladen werden mussten. Als Lagerraum dienten die Bereiche seitlich der Durchfahrt und der Dachboden.

Bei der vom Hochbauamt des ehemaligen Landkreises Hannover geleiteten Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude, wurde ihr altes Eichenfachwerk behutsam repariert. Die Ausfachung des Holzgerüstes erfolgte gemäß dem angetroffenen Befund teilweise mit alten Backsteinen, zum Teil aber auch in Lehmbauweise. Zur Zeit ihrer Erbauung dürften beide Scheunen komplett mit Lehm ausgefacht gewesen sein. Die wiederverwendeten alten Dachziegel und ein nach alten Vorbildern neu errichteter Flechtwerkzaun runden das historische Erscheinungsbild der beiden Ausstellungsgebäude ab.


Quelle: Text der Infotafeln an den jeweiligen Scheunen